Peer-Tutoring Kurs "Kinaesthetics in der Pflege"

Peers (engl.) sind Gleichrangige oder Ebenbürtige, in unserem Fall die KollegInnen in einem Team, die einen Grund- und Aufbaukurs besucht haben und Kinaesthetics anwenden.
Das Wort Tutor bezeichnet den Lehrer, Ratgeber. Eine Peer-TutorIn ist selbst ein Peer, also eine KollegIn, die normal im Team mitarbeitet – aber mit einem kleinen Unterschied: Sie kann KollegInnen des eigenen Teams in bestimmten Situationen mit ihrem Know-how in Kinaesthetics unterstützen und begleiten.

TutorIn ist dabei nicht in dem Sinne gemeint, dass sie zu allen Fragen der MitarbeiterInnen fertige Lösungen präsentieren kann. Ihre Rolle besteht vielmehr darin, gemeinsam mit den KollegInnen Situationen des Alltags zu analysieren und mit ihnen nach passenden Ideen und Möglichkeiten zu suchen, um Lernprozesse zu unterstützen. Die Grundlage dazu bilden ihre eigene Bewegungskompetenz, ihr Verständnis der Bewegung und besonders die Fähigkeit, gemeinsam mit anderen über Bewegungserfahrungen zu lernen.

Kinaesthetics in der Pflege

Dieser Kurs wendet sich an AbsolventInnen eines Kinaesthetics-Aufbaukurses, welche an ihrem Arbeitsplatz an der Umsetzung des Konzeptes "Kinaesthetics in der Pflege" interessiert sind.

Inhalte:

Phase 1 (3 Tage):

Lernumgebung gestalten für mich

Phase 2 (2 Tage):

Lernumgebung gestalten mit KlientInnen/BewohnerInnen

Phase 3 (3 Tage):

Lernumgebung gestalten mit Team-KollegInnen

Phase 4 (2 Tage):

Die Rolle als Peer-TutorIn

Ziele:
Wissen und Handlungskompetenz

Die TeilnehmerInnen

- nutzten die 6 Kinaesthetics-Konzepte zur Erweiterung der eigenen
  Bewegungskompetenz und können ihren Lernprozess reflektieren.
- können die Kernaussagen der Kinaesthetics-Konzepte in eigenen
  Worten definieren und die Konzept-Blickpunkte zur Analyse der
  eigenen Bewegung nutzen.

Analysekompetenz

Die TeilnehmerInnen

- nutzen die 6 Kinaesthetics-Konzepte zur Analyse einer Pflege- und
  Betreuungssituation.

Anleitungskompetenz

Die TeilnehmerInnen
- passen ihre alltägliche Unterstützung von pflegebedürftigen
  Menschen so an deren individuelle Voraussetzungen an, dass diese
  ihre vorhandenen Kompetenzen nutzen und weiter entwickeln 
  können.
- setzen ihre eigene Bewegungskompetenz gezielt ein, um mit Team
  KollegInnen Anleitungssituationen in der Praxis als Lernprozesse zu
  gestalten.
- planen die Praxisbegleitungen methodisch, zeitlich und 
  inhaltlich.
- wählen in der Praxisbegleitung die geeigneten Anleitungsformen 
  aus.

Methodik:
- Einzelerfahrung: Lenken der Aufmerksamkeit auf Unterschiede in 
  der eigenen Bewegung anhand der Konzept-
  Blickwinkel.
- Partnererfahrung: Wahrnehmen und Analysieren von Unterschieden
  in der eigenen Bewegung während der Interaktion mit einem 
  anderen Menschen.
- Anwendungserfahrung: Analysieren und Dokumentieren von 
  Aktivitäten und Praxisbegleitungen im Berufsalltag. 
- Planen und Umsetzen des eigenverantwortlichen Lernprozesses im
  Berufsalltag und in der Lerngruppe.
-  Dokumentieren der Lernprozesse von KlientInnen/BewohnerInnen.
-  Dokumentieren und Auswerten des eigenen Lernprozesses.

Kursdauer:
Die Kursdauer beträgt 60 Stunden in 4 Blockphasen. Zwischen den Blockphasen ca. 6-wöchige Praxis-Lernintervalle.

Formelles:
Nach erfolgreichem Abschluss des Peer-Tutoring Kurses erhalten die TeilnehmerInnen von Kinaesthetics Deutschland das Peer-Tutoring-Zertifikat.

 

Der Peer-Tutoring-Abschluss ist die empfohlene Voraussetzung für die Teilnahme an einer Ausbildung zur Kinaesthetics-TrainerIn Stufe1.